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Gallensteine (Cholelithiasis)

In den industrialisierten Ländern stellt das Gallensteinleiden eine häufige und in der Frequenz mit zunehmendem Lebensalter ansteigende Erkrankung dar. Zwischen 45 und 75 Jahren werden bei ca. 20% der Frauen und bei 10% der Männer Gallensteine gefunden. Ca. 60 – 80% der Gallensteinträger bleiben beschwerdefrei und müssen in der Regel nicht behandelt werden. Eine Behandlung wird notwendig beim Auftreten von Komplikationen wie Gallekoliken, Gallenblasenentzündung (Cholezystitis), Gelbsucht (Verschlussikterus), Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Gallenblasenperforation mit Durchwanderung des Steins in den Magen-Darm-Trakt und Gallenblasenkrebs (Gallenblasenkarzinom).

1. Leber
2. Gallenblase
3. Hauptgallengang
4. Bauchspeicheldrüse
5. Magen
6. Zwölffingerdarm

Quelle: www.bauchchirurgie.ch

Ursache des Gallensteinleidens

Der genaue Entstehungsmechanismus der Gallensteine ist nicht vollständig geklärt. Sicher spielt die Zusammensetzung der Galle und insbesondere der Gehalt an Cholesterin eine Rolle. Daneben gibt es auch geschlechtspezifische und wahrscheinlich genetisch bedingte Faktoren.

Symptome des Gallensteinleidens

Gallensteine führen typischerweise, falls sie zu Symptomen führen, zu Gallekoliken durch Einklemmung des Steins im Gallenblasenhals. Es handelt sich um heftige, krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch mit gelegentlicher Ausstrahlung in den Rücken und in die rechte Schulter. Häufig sind die Koliken begleitet von Übelkeit und Erbrechen.
Druckschmerzhaftigkeit im rechten Oberbauch und Fieber sind Hinweise für eine Gallenblasenentzündung (Cholezystitis). Falls ein Gallenstein in den Gallengang wandert, kann ein Verschluss der Gallenwege zu einer Gelbsucht (Verschlussikterus) führen. In dieser Situation besteht zudem die Gefahr einer gefürchteten Gallengangsinfektion (Cholangitis). Eine weitere Gefahr droht beim Abgang eines Steins in die Gallenwege durch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). Das Gallenblasenkarzinom ist eine seltene Erkrankung, die jedoch bei Gallensteinträgern häufiger auftritt.

1. Grosser Gallenblasenstein
2. Eingeklemmter Stein in Gallenblasenhals
3. Stein im Hauptgallengang
4. Stein an der Mündung Gallengang/Zwölffingerdarm

Nachweis von Gallensteinen

Nach Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und der Durchführung von Laboruntersuchungen stellt die Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) des Oberbauchs die aussagekräftigste Methode dar. Dabei werden Gallenblase und Gallenwege sowie die Bauchspeicheldrüse beurteilt.

Nachweis eines Gallensteins mittels Sonographie (Ultraschalluntersuchung)

Falls auf Grund einer Blutuntersuchung Verdacht auf Vorliegen von Gallensteinen in den Gallengängen besteht, stellt die endoskopische Gallengangdarstellung (ERCP) die geeignete diagnostische Methode dar. Mittels ERCP lassen sich in der Regel nachgewiesene Steine aus dem Gallengang in gleicher Sitzung entfernen.

Behandlung des Gallensteinleidens

Akute Gallekoliken werden mit intravenös verabreichten, krampflösenden Medikamenten behandelt und erfordern eine baldige operative Entfernung der Gallenblase. Eine Operation ist ebenfalls angezeigt bei Auftreten von Komplikationen (Gallenblasenentzündung, Gallengangssteine, Gallenblasenkarzinom).
Steinauflösende Medikamente und ebenfalls eine Ultraschallzertrümmerung der Gallensteine haben sich als Behandlungsoption nicht durchgesetzt, da sich später in der belassenen Gallenblase wiederum Steine bilden. Die Methode der Wahl stellt heute die Entfernung der Gallenblase via Bauchspiegelung (Laparoskopische Cholezystektomie) dar. Falls Steine in den Gallengängen nachgewiesen worden sind, wird vor der laparoskopische Cholezystektomie die endoskopische Gallengangsdarstellung (ERCP) mit Entfernung der Gallensteine vorgenommen.

Bei Verdacht auf Verschlussikterus wird eine ERCP (retrograde Cholangio-Panktreatikographie) durchgeführt.
Nachweis eines Steins im Hauptgallengang
Erweiterung der Mündungsstelle des Gallengangs in den Zwölffingerdarm via ERCP ( Papillenspaltung)
Steinentfernung aus dem Hauptgallengang via ERCP mittels eines sog. Dormiakörbchens

Laparoskopische Cholezystektomie

Der Eingriff wird in der Regel in einer Allgemeinnarkose im Rahmen einer Hospitalisation von 3 – 4 Tagen vorgenommen. Durch 4 kleine Hautschnitte (5 – 10 mm) werden die Optik und die Arbeitsinstrumente in die Bauchhöhle eingebracht. Die Gallenblase wird zusammen mit den Steinen von den Gallenwegen und von der Leber abgetrennt und anschliessend aus der Bauchhöhle entfernt. Die laparoskopische Cholezystektomie stellt in geübten Händen einen sicheren, wenig belastenden Eingriff mit einer minimalen kosmetischen Beeinträchtigung durch Narbenbildungen dar. Die Dauer der Rekonvaleszenz ist durch das geringere Operationstrauma gegenüber der offenen Operationstechnik deutlich verkürzt. Nur selten ist das Umsteigen von der laparoskopischen auf die offene Technik notwendig, falls frühere operative Eingriffe zu erheblichen Verwachsungen in der Bauchhöhle geführt haben.
Nach der laparoskopischen Cholezystektomie kann in den meisten Berufen die Arbeit 10 – 14 Tage nach der Operation wieder aufgenommen werden.

Freilegung der Gallenblase
 

Darstellung der Gallenwege und Arterien
 

Durchtrennung des Gallenblasengangs zwischen Klips

Loslösung der Gallenblase von der Leber

Entfernung der Gallenblase aus der Bauchhöhle

Quelle: Manual der laproskopischen Chirurgie (Ch. Klaiber und A. Metzger)

Leben ohne Gallenblase

Nach abgeschlossener Rekonvaleszenz kann der Patient ohne Gallenblase ein absolut normales Leben führen. Das Beachten einer Diät ist nicht notwendig, da auch nach der Gallenblasenentfernung kontinuierlich während 24-Stunden Galle von der Leber durch die intakten Gallegänge in den Darm sezerniert wird.